Pfarrnachrichten 03 / 2023

Seht das Lamm Gottes – Buntglasfenster Kathedrale San Juan Bautista, Bogota, Kolumbien, von Nicolas Grisales (commons.wikimedia.org)

Ende Januar werden wir die anlässlich Corona eingeführte zusätzliche Sonntagsmesse um 12:30 Uhr nicht weiter fortführen. Unter den damaligen Umständen war das gut und segensreich. Inzwischen hat sich die Situation verändert.

Seit gut einem dreiviertel Jahr sind es nur noch 20 bis maximal 25 Gläubige, die diese Sonntagsmesse mitfeiern. Das ist vor dem Hintergrund des in St. Pantaleon weiterhin reichen Angebotes von insgesamt vier Sonntagsmesse (inkl. der am Samstagvorabend) sehr wenig. Und der zusätzliche personelle Aufwand dafür ist sehr hoch. Deshalb haben wir uns schweren Herzens entschlossen, diese zusätzliche Heilige Messe am Sonntag um 12:30 Uhr bis auf Weiteres zum letzten Mal am 29. Januar zu feiern und die Zahl der Sonntagsmessen wie vor Corona wieder auf vier zu reduzieren.

Und noch eine zweite, das Leben der Pfarrei betreffende Nachricht: Der Pantaleonskreis lädt herzlich ein zum traditionellen, jährlichen Ehrenamtstreffen jetzt am Sonntag, dem 22. Januar ab 15:00Uhr im Pfarrsaal. Neben dem geselligen Miteinander wird es auch einige interessante Informationen geben.

Ausgehend von den Evangelien der Taufe des Herrn und des darauffolgenden zweiten Sonntags im Jahreskreis möchte ich gerne noch ein geistliches Wort in das noch junge Neue Jahr mitgeben.

Letzten Sonntag, am Hochfest der Taufe des Herrn, hörten wir (Mt 3,14f), dass „Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes kam, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir? Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. Da gab Johannes nach.

Der Heilige Augustinus hat auf den berechtigen Einwand des Täufers („Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir?“) die Antwort Jesu („Lass es nur zu! Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen“) so erklärt (Predigt 51,33): Der Herr wünsche die Taufe auch für sich, „um mit seiner Demut kundzutun, was für uns Notwendigkeit war“.

Jesus bedarf der Taufe nicht. Aber wir bedürfen der Taufe: unverzichtbar und auf jeden Fall. Das wird hier sichtbar. Anschaulich offenbart Matthäus in seiner Darstellung der Taufe Jesu: Ohne die Bereitschaft, sich taufen zu lassen, was unter anderem rechte Demut voraussetzt, kann man weder christlich glauben noch wird man Heil, Glück und Erfüllung im Sinne der Bibel mit Blick auf das ganze Leben finden.

Die Heilige Schrift bezeugt gleich mehrfach, dass der Mensch erlösungsbedürftig ist. Aus eigener Kraft findet er keinen Frieden über das hinaus, was er aus eigener Kraft nur als bruchstückhaften Kompromiss mal länger, mal kürzer erreichen kann. Die Fülle des Friedens bleibt ihm seit seiner ersten Sünde im Paradies aus eigener Kraft verwehrt.

Damals hatte der Mensch die Stelle Gottes einnehmen wollen. Und er versucht es bis heute immer wieder: in verfehlten Formen der Emanzipation und Selbstverwirklichung, die Unfrieden nach sich ziehen.

Nach christlichem Glauben - und er wird darin durch die gesunde Lebenserfahrung bestärkt - kann nur Gott den Menschen aus dieser Situation befreien. Das geschieht durch die Taufe. Neben der Taufe mit Wasser und den dafür vorgesehenen Worten, die auf Jesus zurückgehen, kennen wir noch die Wunsch- und die Märtyrertaufe. Näheres dazu findet man im Katechismus der katholischen Kirche; insbesondere unter den Nummer 1257 - 1261.

Mit dem Fest der Taufe Jesu erinnert die Kirche den Getauften an seine eigene Taufe; und dass er von da an in besonderer Weise Kind Gottes ist. An diesem zweiten Sonntag im Jahreskreis hören wir dann, was uns aus jeder Heiligen Messe bekannt ist: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt.

So wünsche ich Ihnen für dieses Jahr, dass Sie in den vielen alltäglichen Herausforderungen als Kind Gottes zugleich Frieden finden. „Denn Gott ist ein Vater voll Zärtlichkeit und unendlicher Liebe“, so hat es der Heilige Josefmaría Escrivá einmal gesagt und dann empfohlen: „Nennt ihn oft Vater und sagt ihm – wenn ihr allein seid –, dass ihr ihn liebt, … und dass ihr … euch stark fühlt, weil ihr seine Kinder seid.

(Pfr. Dr. Volker Hildebrandt)

 

Pfarrnachrichten 01+02 / 2023

Mit dem Tod von Papst em. Benedikt XVI. ist ein demütiger und vorbildhafter Arbeiter im Weinberg des Herrn von uns gegangen. In unnachahmlicher Weise hat er der Kirche ein überaus reiches Erbe hinterlassen. In ihr und für sie hat er segensreich gewirkt als Priester, Bischof, Papst und außergewöhnlich begnadeter Theologe. Nach seinem bis dahin ungewöhnlichen Rücktritt als Papst hat er in den letzten Jahren der Kirche und allen Menschen durch sein stilles Gebet gedient.

Unvergesslich ist uns sein Besuch anlässlich des Weltjugendtages am 19. August 2005 in St. Pantaleon. Kardinal Meisner hat uns wiederholt erzählt, wie es dazu kam. - Er habe Papst Benedikt das Programm des Weltjugendtages erläutert. Und ihm dabei auch vom geistlichen Begegnungs-Zentrum für Priesteramtskandidaten erzählt, die aus der ganzen Welt erwartet würden. Schon lange im Voraus war dafür St. Pantaleon mit seiner großzügigen Anlage vorgesehen worden.

Für diese Seminaristen wäre eine Veranstaltung mit drei Lebenszeugnissen geplant: von einem Kölner Seminaristen, einem Priester aus Russland und einem kanadischen Bischof. Am Ende der Vorstellung des Weltjugendtag-Programms insgesamt habe Papst Benedikt mit einem spürbaren Interesse an der für die Seminaristen geplanten Veranstaltung nachgefragt: ob dafür nicht noch ein viertes Zeugnis angebracht wäre. Er, Kardinal Meisner, habe Papst Benedikt wohl etwas unverständig angeblickt, bis ihm dieser erklärte, dass er gerne als Vierter ein persönliches Zeugnis geben würde. Papst Benedikt hat sich damals also selber nach St. Pantaleon eingeladen.

Weitere Bilder davon auf unserer Homepage;und hier der WDR-Bericht über den gesamten Besuch.

Nun lädt unser jetziger Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki ein zu einem Pontifikalrequiem für den verstorbene Papst em. Benedikt XVI. am Samstag, den 7. Januar 2023 um 12.00 Uhr im Hohen Dom zu Köln.

(Pfr. Dr. Volker Hildebrandt)