Pfarrnachrichten 04/2019 (C)

Hochzeit zu Kana – Johannes 2,1-11 - Zillis

Die Hochzeit zu Kana mit der Weinspende (Joh 2,1-11) als erstes von Jesus gewirkte Wunder reiht sich ein in das große Hochzeitsbild, das sich vom Anfang der Heiligen Schrift, schon im Schöpfungsbericht, bis hin zu ihrem Ende, in der geheimen Offenbarung erstreckt.

Im Anfang schuf Gott den Menschen als Mann und Frau, die in ihrer gegenseitigen Anziehung und Liebe „ein Fleisch werden“ (Gen 2,24). Von da an werden im Alten Testament die Hochzeit und die Liebe von Mann und Frau sehr oft als Bilder für die göttliche Liebe verwendet. Die hochzeitlichen Gleichnisse Jesu wiederum dienen als Bilder für das Ende dieser Welt und die Zukunft des Menschen in der Ewigkeit. Am Ende, in der geheimen Offenbarung (19,7), ist die apokalyptische „Hochzeit des Lammes“ Bild der endgültigen Erlösung.

Zur Hochzeit passt dann auch der vorzügliche Wein, den Jesus in Kana aus den Wasserkrügen schöpfen lässt. Schon hier wird deutlich, dass Gott als Mensch kein Kostverächter ist. Vor den Augen aller lebt er vor, sich in rechter Weise des Lebens zu erfreuen. Jesus hat viel gebetet und anspruchsvoll gefastet. Aber er war auch gerne zu Gast und hat selber großzügig eingeladen: In Kana, bei den Brotvermehrungen bis hin zum Abendmahl.

Gemeinsam mit Jesus gelingt es überraschen gut die goldene Mitte zu finden. Die goldene Mitte ist alles andere als Mittelmäßigkeit. Sie ist ganz präzise sogar Ihr genaues Gegenteil. Die goldene Mitte ist genau das Richtige.

Worin besteht für uns Menschen genau das Richtige, und wie findet man die goldene Mitte? Die Antwort darauf findet unter dem Strich nur, wer an den Gott glaubt, der in seiner Menschwerdung unsere Welt mit dem Himmel wieder versöhnt und verbunden hat, und der unser Leben damit neu und endgültig in der Ewigkeit verankert und in diese zurückgeholt hat.

Bei der Hochzeit zu Kana lässt sich dies im Gespräch zwischen Jesus und Maria festmachen. Nachdem Maria bemerkt hatte, dass der Wein ausgegangen war, beschränkt sie sich auf den Hinweis: „Sie haben keinen Wein mehr.“ Getreu ihrer Grundhaltung (Lk 1,38) „ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ überlässt sie das Entscheidende Gott dem Herrn. Aber wir sollen ihm auch nicht alles überlassen. Denn Jesus erwidert überraschend (Joh 2,4): „Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“

Das ist so übersetzt nur schwer zu verstehen. Es wird aber interessant, wenn man von der lateinischen Urfassung ausgeht. Da steht nämlich: „Quid mihi et tibi est, mulier?“ Wörtlich übersetzt: „Frau, was ist mir und Dir?

Das kann man dann folgendermaßen verstehen: Du willst mir jetzt, vor meiner Stunde, doch nicht alles überlassen! Diese Stunde wird kommen. Jetzt aber hat jeder seinen Anteil, den er beiträgt: Du deinen und ich meinend. Bedenke und suche beides. Wir zwei, und von nun an alle Menschen, können mit Gott leben und gemeinsam mit ihm wirken. Dann wird das Leben schon auf Erden zur goldenen Mitte hin verändert und das Wasser des Lebens wird in köstlichen Wein „verwandelt“. Und am Ende, wenn die Stunde gekommen ist, wird der Wein endgültig verwandelt: Als Erfüllung und bleibende, ewig „goldene Mitte“.

Bei der Hochzeit zu Kana ist es nur Wasser, das Jesus in wunderbaren Wein verwandelt. Als aber seine Stunde gekommen war, verwandelt er Wein in sein Blut: In das Blut seiner Hingabe und Liebe. So nimmt er beim Abendmahl und dann bei der Vergegenwärtigung dieses Mahles in jeder Feier der Eucharistie die Hochzeit des „Himmlischen Lammes“ vorweg, in die er alle hineinnehmen möchte.

Maria tut ihren Job. Sie sensibilisiert die Diener, die daraufhin auch ihr Bestes tun: Sie füllen die Krüge nicht mittelmäßig, sondern bis zum Rand: „usque ad summum.“ (Joh 2,7)

Jede gut verrichtete menschliche Arbeit – nicht jedoch schlechte und halbe Arbeit – kann zu einer Begegnung mit Gott und damit zu betendem Arbeiten werden. Dafür ist eine regelmäßige Besinnung auf Gott, ein konstantes Gebetsleben notwendig. So, wie es Maria in Kana vormacht: „Sie haben keinen Wein mehr.“ Die Antwort des Herrn lässt nicht auf sich warten: „Ich bin dabei. Ich erledige meins. Tu du deins.

In dieser Verbundenheit mit Gott wird unser alltägliches Leben und Arbeiten zu einem ganz besonderen Tun. Es wird zu einem durchgebeteten, zu einem menschlich-göttlichen Tun, das unser Leben wie Wasser in Wein, in den Wein der goldenen Mitte verwandelt.

Sonntag für Sonntag wird dieses Tun als Gott dargebrachte Gabe in Brot und Wein – als Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit (Gabengebet bei der Hl. Messe) – im Geheimnis der Eucharistie zu Christus selbst. Im Geheimnis dieser Feier identifiziert sich Gott mit unserem Tun und dessen Früchte.

Als verwandelte Gaben schenkt er sich uns dann in ihnen, bis er uns am Ende ganz hineinnehmen wird in die endgültige Verwandlung zur goldenen Mitte im ewigen Leben.

(Pfr. Dr. Volker Hildebrandt)

 

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| Pfarrnachrichten 04 / 2019 (PDF, 89 KB)

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