Pfarrnachrichten 03/2020 (A)

Johannes tauft Jesus im Jordan

Mit dem Fest der Taufe des Herrn an diesem Sonntag geht die Weihnachtszeit zu Ende. Vor wenigen Tagen haben wir noch den Besuch der Heiligen Drei Könige in Bethlehem gefeiert. Zwischen diesem Ereignis und der Taufe Jesu am Jordan liegen drei Jahrzehnte. In diesen Jahren wuchs Jesus heran: Fluchterfahrung, Rückkehr in seine Heimatstadt Nazareth, Kindheit und Jugend.

Für seine Eltern schmerzhaft begann er eigene Wege zu gehen (vgl. Lk 2,41-52) und trat schließlich als „Sohn des Zimmermanns“ (vgl. Mt 13,55) in die Fußstapfen seines Pflegevaters Josef. In diesen Jahren seines „verborgenen“ Lebens verdiente er sich sein tägliches Brot durch gute und rechtschaffene Arbeit.

Es sind Jahre, in denen der Gott-Mensch Jesus in seiner irdisch-sterblichen Persönlichkeit als Mensch heranreift, wie jeder andere auch. Es sind nicht nur interessante, sondern auch unverzichtbare Jahre für das Heil der Menschen. Leider sind diese Jahre des verborgenen Lebens Jesu in ihrer Bedeutung und Tragweite für das irdische Glück, das Gott uns ebenfalls schenken möchte, immer noch viel zu wenig erschlossen. 

Zu Beginn seines öffentlichen Lebens lässt Jesus sich taufen. Anfangs wollte Johannes „es nicht zulassen“. Er widersetzte sich mit den Worten: „Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir?“ (Mt 3,14)

Jesus aber (Mt 3,15) „antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. Da gab Johannes nach.“ – Andere Übersetzung lassen Jesus sagen: „Gott will es so!“ Und in der noch nicht revidierten Einheitsübersetzung stand hier bis 2016 noch: „Denn nur so können wir die Gerechtigkeit, die Gott fordert, ganz erfüllen.“

Jesus tut, was Gott will. Und Gott wiederum will die Taufe Jesu aus Gründen der Gerechtigkeit. Jesus, der ganz gerecht und ganz ohne Sünde ist, lebt mit uns, die wir nie ganz gerecht und nie ganz ohne Sünde sind. In dieser Solidarität Jesu mit uns tilgt er unsere Sünden und Ungerechtigkeiten, indem er sie sich selber aufbürdet (vgl. 2. Kor 5, 21). So geht er uns als Erster voran: durch das Bad der Taufe und der erlösenden Annahme des täglichen und schließlich des finalen Kreuzes.

Von hier aus lassen sich die drei Jahrzehnte des verborgenen Lebens Jesu in ihrer Bedeutung für uns erschließen: In seinem menschlichen Leben lebt Gott selber das Menschlich-Alltägliche. Er lebt es als Kind, als Jugendlicher, als Studierender oder Auszubildender und schließlich als Erwachsener und Erwerbstätiger. Damit durchformt und verändert sich unser Alltagsleben – durch Gottes überraschende Nähe nämlich –, bis auch wir richtig sind und gerecht dastehen. Aus eigener Kraft vermag das keiner von uns. Wohl aber mit Jesus Christus, der beständig mit uns geht.

So sind die dreißig Jahre, in denen Jesus unerkannt und verborgen arbeitete und sein Brot verdiente, eine großartige Offenbarung Gottes. Vor allem einer Offenbarung christlicher Lebenshaltung: „Lass es nur zu!“ Diese Lebenshaltung prägte dann auch das öffentliche Leben Jesu bis in den erlösenden Kreuzestod und die Auferstehung hinein.

Lassen auch wir zu, was Gott Tag für Tag, Stunde für Stunde in unsere alltäglichen Lebensvollzüge hineingeben möchte? Und auch so, wie es von ihm kommt?

Implizit wird deutlich: Das Gespür und die hautnahe Erfahrung dieser umwerfenden Nähe Gottes im alltäglichen Leben bedarf einer starken Glaubens- und Gebetspraxis. Nur dann wächst die Erfahrung, dass Gott in unserem Leben, unserem Bemühen und Arbeiten bis hinein in unser hoffnungsvolles Aushalten von Krankheit und Gebrechen überraschend Großes bewirkt. Viel Größeres, als wir aus eigener Kraft vermögen.

Und was genau ist das Große, was Gott bewirkt?

Wer betend und in vertrauter Zwiesprache mit Gott zulässt, was Gott für unser alltägliches Leben in all seinen Vollzügen will – und auch so, wie Gott es will: „dein Wille geschehe“ –, der steht zunehmend richtig und gerecht da. Der begegnet mit unfehlbarer Gewissheit Gott selber in seiner göttlichen Liebe.

Es gibt nichts Schöneres und Wertvolleres, nichts, was mehr erfüllt und beglückt, als jene Liebeserklärung, wie Gottvater sie dann Jesus gegenüber ausgesprochen hat (Mt 3,16-17): „Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“

Gott konnte vom Himmel aus so zu Jesus sprechen, weil Jesus in seinem Leben als Mensch Gott immer wieder zugehört und ihn dann so hat handeln und wirken lassen. Was also Jesus dem Johannes sagte: „Lass es nur zu!“, das sagt Jesus auch uns!

(Pfr. Dr. Volker Hildebrandt)

 

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