Pfarrnachrichten 38/2019 (C)

REMBRANDT – Der verlorene Sohn – Auffällig sind die unterschiedlichen Hände des Vaters (Männer- und Frauenhand), mit denen Rembrandt die Weite von Gottes Barmherzigkeit veranschaulichen möchte.

Die zwei wunderbaren Gleichnisse vom Verlorenen und Wiedergefundenen an diesem Sonntag werden noch übertroffen durch das dritte und überhaupt das längste Gleichnis, das uns von Jesus überliefert ist (s. Lk 15, 1-32). Es ist das Gleichnis vom Vater und den beiden Söhnen, von denen der Jüngere all das verschleudert und verschwendet, was er von seinem Vater als Erbe überlassen bekam.

"Als er alles durchgebracht hatte," so heißt es in diesem Sonntagsevangelium, "kam eine große Hungersnot über jenes Land und er begann Not zu leiden. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner!"

Die Reaktion des Vaters ist überwältigend. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass dieser Sohn den Ertrag seiner jahrelangen Arbeit in kürzester Zeit sinnlos und nur auf sein eigenes Vergnügen bedacht verschleudert hat. "Der Vater sah ihn schon von Weitem kommen," so überliefert uns Lukas das von Jesus Erzählte, "und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn."

Kein Groll von Seiten des Vaters, keine Vorwürfe, keine Verurteilung, geschweige denn ewige Verdammung. Stattdessen lässt der Vater dem Sohn die gerade notwendige Zeit, um seine schwere Schuld zu bekennen. Unmittelbar als Antwort auf dieses Bekenntnis beauftragt der Vater seine Knechte, dem Heimgekehrten das beste Gewand zu holen, einen Ring an die Hand zu stecken und ihm Schuhe anzuziehen. Er lässt das Mastkalb schlachten und ordnet ein Fest an: "Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden."

Mit diesem Gleichnis charakterisiert Jesus die grenzenlose Barmherzigkeit des göttlichen Vaters. ln der gewöhnlichen Auslegung ist das die eigentliche Aussage dieses Gleichnisses. Es enthält aber noch eine andere, nicht weniger wichtige Botschaft: mit Blick auf das nämlich, was Gott dem Menschen als Erbe anvertraut hat. Es ist das Kostbarste von allem: das eigene Leben.

Gesamtgesellschaftliche nimmt der Trend zu, das eigene Leben wie ein Eigentum zu sehen, dass beliebig, ganz nach subjektiver Überzeugung und Einstellung ausgelebt werden kann. Das Ergebnis zeigt, dass es so nicht stimmt. Ausgelebte Typen haben am Ende weder etwas Erfüllendes für sich, noch etwas Gutes für die Gesellschaft erbracht. Wer so lebt, endet im Schweinestall.

Gott ist auch dann barmherzig. Aber dafür muss man umkehren, wie der Sohn im Gleichnis, und dem Vater bekennen: "Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein."

(Pfr. Dr. Volker Hildebrandt)

 

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| Pfarrnachrichten 38/2019 (PDF, 140 KB)

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